Unser Wärmepumpenmagazin:

Wärmepumpen im Gewerbe

Potenziale in Bürogebäuden, Logistik und Produktionshallen

Wärmepumpen werden häufig mit Wohngebäuden in Verbindung gebracht. Tatsächlich gewinnen sie jedoch auch im gewerblichen Bereich zunehmend an Bedeutung. Bürokomplexe, Logistikzentren, Handelsimmobilien und Teile der Industrie bieten erhebliche Potenziale für den Einsatz elektrischer Wärmeerzeugung auf Basis erneuerbarer Energien.

Fachstudien des Fraunhofer ISE und des Umweltbundesamtes zeigen, dass gerade im Nichtwohngebäudebereich große CO₂-Minderungen durch den Einsatz von Wärmepumpen möglich sind, insbesondere bei niedrigen bis mittleren Temperaturniveaus.

Warum Gewerbeimmobilien besonders geeignet sind

Gewerbegebäude weisen häufig Eigenschaften auf, die für Wärmepumpen vorteilhaft sind:

  • große Dachflächen für Photovoltaik
  • gleichmäßige Wärmeabnahme über längere Betriebszeiten
  • moderne Flächenheiz- oder Lüftungssysteme
  • Neubau oder sanierte Gebäude mit niedrigen Vorlauftemperaturen

Vor allem Büro- und Verwaltungsgebäude arbeiten oft mit Heiz- und Kühlsystemen im Niedertemperaturbereich. Hier können Wärmepumpen besonders effizient betrieben werden.

Typische Anwendungsbereiche

Büro- und Verwaltungsgebäude

Bürogebäude benötigen meist Heiz- und Kühlleistung. Reversible Wärmepumpen können beide Funktionen übernehmen. In Kombination mit Bauteilaktivierung oder großflächigen Heiz- und Kühldecken entstehen sehr effiziente Systeme.

Laut Fraunhofer ISE sind gerade Neubauten mit geringen Systemtemperaturen prädestiniert für elektrische Wärmeerzeugung.

Logistikzentren und Hallen

Logistikimmobilien zeichnen sich durch große Volumina und moderate Temperaturanforderungen aus. Häufig reichen Raumtemperaturen zwischen 15 und 19 Grad Celsius aus. Das reduziert die erforderlichen Vorlauftemperaturen und verbessert die Jahresarbeitszahl.

Durch die großen Dachflächen können Photovoltaikanlagen integriert werden, wodurch ein Teil des Strombedarfs direkt vor Ort gedeckt wird.

Produktionsbetriebe mit Niedertemperaturbedarf

In der Industrie wird zwischen Hochtemperatur- und Niedertemperaturprozessen unterschieden. Für Prozesswärme bis etwa 80 Grad Celsius können moderne Großwärmepumpen eingesetzt werden.

Das Umweltbundesamt weist darauf hin, dass ein erheblicher Anteil industrieller Wärmebedarfe unterhalb von 100 Grad Celsius liegt und somit prinzipiell elektrifizierbar ist.

Technische Anforderungen

Wärmepumpen im Gewerbe unterscheiden sich in der Auslegung deutlich von Anlagen im Wohnbereich:

  • höhere Leistungsbereiche
  • häufig kaskadierte Systeme
  • Integration in bestehende Lüftungs- oder Prozesssysteme
  • Kombination mit Wärmespeichern
  • komplexe Regelungs- und Lastmanagementkonzepte

Gerade im Dauerbetrieb sind eine präzise Dimensionierung und hohe Volllaststunden entscheidend für die Wirtschaftlichkeit.

Wirtschaftlichkeit im gewerblichen Umfeld

Die Wirtschaftlichkeit hängt maßgeblich von folgenden Faktoren ab:

  • Strompreisniveau
  • Betriebsstunden pro Jahr
  • Temperaturhub zwischen Quelle und Zieltemperatur
  • Investitionskosten
  • Fördermöglichkeiten

Im gewerblichen Bereich wirken sich hohe Laufzeiten positiv aus, da sich Investitionen schneller amortisieren können.

Förderprogramme wie die Bundesförderung für effiziente Gebäude oder spezifische Industrieprogramme des BMWK können Investitionskosten reduzieren.

Klimaschutzpotenzial

Studien von Agora Energiewende und Fraunhofer ISE betonen, dass die Elektrifizierung der Wärmeversorgung im Gewerbe ein wichtiger Baustein zur Erreichung der Klimaziele ist. Insbesondere bei Nutzung erneuerbaren Stroms lassen sich erhebliche Emissionen vermeiden.

Der Vorteil im Gewerbe liegt zudem in planbaren Lastprofilen, die eine systemdienliche Integration in das Stromnetz erleichtern.

Fazit

Wärmepumpen im Gewerbe sind keine Nischenlösung, sondern ein strategisch relevantes Instrument für die Dekarbonisierung von Bürogebäuden, Logistikzentren und Teilen der Industrie. Besonders geeignet sind Anwendungen mit niedrigen bis mittleren Temperaturanforderungen und hohen Betriebsstunden.

Die erfolgreiche Umsetzung erfordert jedoch eine sorgfältige Planung, eine standortabhängige Wirtschaftlichkeitsprüfung und eine Integration in bestehende Energiesysteme.

Quellen & weiterführende Informationen

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